bdo-Konjunkturumfrage 2025/2026
05.03.2026
Das Geschäftsjahr 2025/2026 zeigt ein differenziertes Bild in den einzelnen Bussegmenten. Im Gelegenheitsverkehr und in der Bustouristik bleibt die Nachfrage insgesamt stabil. Die hohe Reiselust, positive Impulse aus dem Markt sowie demografische Entwicklungen wirken unterstützend. Gleichzeitig wird die Stimmung verhaltener: 50 % der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als unverändert, 22 % berichten von einer Verbesserung, 28 % von einer Verschlechterung. 40 % beurteilen ihre Gewinnentwicklung ungünstiger als im Vorjahr, und auch die Erwartungen für die kommenden Monate fallen vorsichtiger aus.
Im ÖPNV zeigt sich die Lage weiterhin angespannt. Zwar bewerten 50 % der Betriebe ihre Situation als gleichbleibend, doch überwiegen mit 31 % die negativen Einschätzungen gegenüber 19 % positiven Rückmeldungen. Die Umsatzentwicklung ist uneinheitlich, die Gewinnlage steht jedoch weiter unter Druck: 47 % melden eine ungünstigere Entwicklung. Steigende Kosten und der anhaltende Fahrpersonalmangel erhöhen den Handlungsdruck – jedes fünfte Unternehmen plant für 2026 Angebotsanpassungen.
Im Fernlinienverkehr zeigt sich weiterhin ein stabiles Marktumfeld. Sechs von zehn Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als unverändert, positive und negative Einschätzungen halten sich mit jeweils 20 % die Waage.
Segmentübergreifend wird deutlich: Das Potenzial des Verkehrsträgers Bus wird nicht vollständig gehoben. Überbordende Bürokratie, steigende Energiepreise, Fachkräftemangel und fehlende Planungssicherheit bremsen die Betriebe aus – im ÖPNV ebenso wie im Gelegenheitsverkehr oder auf der Fernlinie. Hinzu kommen die erheblichen finanziellen und organisatorischen Anforderungen der Antriebswende. Hohe Investitionskosten sowie Defizite bei Lade- und Tankinfrastruktur erschweren den Hochlauf alternativer Antriebe. Die bestehenden Förderprogramme werden von der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen als unzureichend bewertet.
Fazit: Die Busbranche steht bereit, Mobilität zu sichern, Emissionen zu reduzieren und Mobilität für alle zu garantieren. Dafür sind keine astronomischen Investitionen, wie zum Beispiel in die Bahn erforderlich – wohl aber verlässliche, wirtschaftlich tragfähige Förderstrukturen und vor allem weniger Bürokratie. Nur mit klaren politischen Reformen kann das Omnibusgewerbe sein volles Potenzial für Klimaschutz, Daseinsvorsorge und einen starken Tourismusstandort Deutschland entfalten.